Straßburg Reisetipps: Die besten Highlights & Geheimtipps

Während meiner Ausbildung hatte ich die Gelegenheit, an einem dreiwöchigen Austausch in Straßburg teilzunehmen – eine tolle Auslandserfahrung, bei der ich lernen konnte, wie es ist in einem anderen Land zu leben. Meiner Meinung nach ist ein Auszubildenden-Austausch noch mal etwas anderes als ein Schüleraustausch, weil man als Azubi schon etwas selbstständiger ist. Man muss seinen Alltag meistern: pünktlich zur Arbeit gehen und Aufgaben erledigen – alles wie zu Hause, nur hier in einer fremden Stadt mit einer fremden Sprache. Und die drei Wochen ermöglichten es mir, die Stadt nicht nur als Tourist, sondern in aller Ruhe als Teil des Alltags kennenzulernen. In diesem Blog-Post teile ich meine Highlights und einige Geheimtipps für Straßburg, die du auf keinen Fall verpassen solltest.

Die Altstadt von Straßburg

Einer unserer ersten Ausflüge in Straßburg hat uns natürlich direkt in die Altstadt geführt. Sie ist nicht nur die historische Innenstadt, sondern auch UNESCO-Weltkulturerbe und befindet sich auf einer Insel, die komplett vom Wasser der Ill umschlossen ist – daher auch der Name „Grand Île“ (Große Insel). Hier findest du neben dem berühmten Straßburger Münster auch das urigste Viertel der Stadt – La Petite France.

Wir spazierten oft durch die Gassen, egal ob zum Shoppen, um einen Ort zum Abendessen zu finden, oder einfach nur, um von A nach B zu kommen – es war einfach immer super schön.

Das Straßburger Münster und Der Glückshund

Eins ist klar: Wenn du in Straßburg bist, musst du einfach ins Straßburger Münster! Das Münster ist eine im gotischen Stil erbaute Kathedrale. Der Turm überragt die Altstadt von Straßburg und man kann ihn von vielen Stellen aus in der Stadt sehen.

Als ich damals das Münster sah, war ich gerade mal 20 und hatte mit Kirchen eher weniger am Hut. 😉 Aber ein Highlight hatte das Straßburger Münster dann doch noch für mich parat: die Astronomische Uhr! Die darfst du auf keinen Fall verpassen. Die Astronomische Uhr zeigt die Mondphasen und die Position der Planeten. Das Figurenspiel kannst du täglich um 12:30 Uhr erleben – sei unbedingt pünktlich, um zu sehen, wie die Figuren in Bewegung gesetzt werden.

Und hier noch mein kleiner Geheimtipp! An der Kanzel, dort von wo aus die Predigt gehalten wird, gibt es eine kleine, steinerne Hundefigur. Die Legende besagt, dass es Glück bringt, ihr über den Kopf zu streicheln. Du wirst sehen: Ihr Kopf ist vom vielen Anfassen ganz glattpoliert.

Haus Kammerzell

Wenn du auf dem Münsterplatz stehst, sticht dir neben dem Straßburger Münster direkt ein anderes Gebäude ins Auge: das Haus Kammerzell. Es liegt quasi direkt gegenüber und ist ein Paradebeispiel für Fachwerkhäuser in Straßburg.

Gefühlt jeder, der nicht gerade die Kathedrale fotografiert, macht ein Foto von diesem Haus. Und wie ich finde, ist das auch total verständlich. Es sieht aus wie aus einem Märchen und erinnert mich irgendwie an Harry Potter.

Heute befindet sich in dem historischen Gebäude ein schickes Restaurant, dass total auf Mittelalter getrimmt ist. Also, wenn du Bock auf gutes Essen in einem historischen Setting hast, dann ist das Haus Kammerzell deine Adresse!

Place Gutenberg und das Carrousel 1900

Wenn du durch die Altstadt von Straßburg schlenderst, kommst du an vielen tollen Sehenswürdigkeiten und schönen großen Plätzen vorbei, doch einer der kleineren hat mir besonders gut gefallen: der Place Gutenberg. Auch wenn er vielleicht nicht so groß und bekannt ist wie die anderen in der Stadt, solltest du hier unbedingt vorbeischauen. Denn der Blickfang des Platzes ist nämlich das altmodische Karussell. Es verleiht dem Platz eine Art nostalgischen Retro-Vibe und gibt ein supersüßes Fotomotiv her.

Und hier kommt mein Geheimtipp: Das Straßburger Münster ist zwar von vielen Stellen aus sichtbar, aber nirgends so gut zu fotografieren wie hier. Denn an der Ecke vom Place Gutenberg und der Rue Mercière ist der beste Platz, um Fotos vom Straßburger Münster zu machen.

La Petite France

Wenn es ein Viertel in Straßburg gibt, dass du auf jeder Postkarte und in jedem Reiseführer siehst, dann ist es La Petite France. Und glaub mir, es ist kein Zufall, dass es so berühmt ist – dieses Viertel ist einfach wunderschön und gehört zum Pflichtprogramm in Straßburg.

La Petite France ist ein Teil der Grande Île, also der großen Insel, auf der sich die gesamte Straßburger Altstadt verteilt. Und was La Petite France so besonders macht, ist seine einzigartige Lage. Das Viertel liegt nämlich auf drei kleinen Inseln, die von den Kanälen des Flusses Ill durchzogen und durch Brücken miteinander verbunden sind. Überall siehst du superschöne Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert und viele von ihnen sind mit Blumen geschmückt.

Mein Tipp: Mach hier eine Bootstour auf der Ill! So bekommst du noch mal eine andere Perspektive auf das Viertel.

Bootstour auf der Ill: Straßburg vom Wasser aus

Ich hab’s ja schon verraten, aber ich muss es einfach nochmal betonen: Eine Bootstour mit den Batorama-Booten auf der Ill ist in Straßburg ein absolutes Muss! Es gibt verschiedene Touren. Meine Empfehlung ist die, bei der du durch La Petite France, vorbei an der Altstadt und noch ein ganzes Stück hinaus, bis zum modernen EU-Viertel fährst! Plötzlich hast du die riesigen Glaspaläste der europäischen Institutionen direkt vor dir – ein krasser Kontrast zu den alten Fachwerkhäusern und wirklich was Besonderes.

Bei meiner Tour gab es tatsächlich noch diese alten Kopfhörer mit dem Ohrpolster, die man sich auf den Kopf gesetzt hat. Es waren zwar nicht mehr die Neunziger, aber hey, manchmal braucht’s eben ein bisschen, bis neue Technologie überall ankommt, oder? 😉 Aber auch mit Retro-Kopfhörern war die Batoramatour definitiv lohnenswert!

Nützliche Informationen für deine Bootstour auf der Ill:

  • Startpunkt: entlang der Ill, am Place du Marché aux Poissons sowie über einen gepflasterten Weg vom Rohan-Palast aus
  • Standard-Bootstour Strasbourg, 2000 Jahre Geschichte (Rote Strecke) dauert 1 Stunde und 15 Minuten. (Es gibt auch kürzere und längere Touren)
  • Ticket-Verkaufsstellen: in der Boutique auf dem Münsterplatz oder direkt am Pier
  • ODER Tickets online buchen, https://www.batorama.com/de

Elsässisches Museum

Zu unserem Freizeitprogramm bei dem Austausch gehörte auch ein Besuch im Elsässischen Museum. Ich hatte ehrlich gesagt nicht viel erwartet, aber wurde positiv überrascht!

Das Museum des Elsass ist nämlich in drei wunderschönen Fachwerkhäusern untergebracht, die alle miteinander verbunden sind. Allein die Gebäude sind schon eine Attraktion für sich! Wenn du durch die Zimmer läufst, bekommst du einen authentischen Fachwerk-Vibe. Die Holzböden knarren bei jedem Schritt und die Decken sind zum Teil echt niedrig.

Das Museum ist ein Labyrinth aus mehreren Räumen, die das Alltags- und Arbeitsleben im Elsass überwiegend vom 18. bis zum 19. Jahrhundert widerspiegeln. Man hat hier ganze Zimmer und Stuben aus verschiedenen Regionen und Epochen des Elsass originalgetreu oder zumindest super authentisch rekonstruiert. Besonders toll fand ich auch den großen Innenhof, der mit Pflanzen überwuchert war und ein tolles Fotomotiv hergibt!

Was mir auch in Erinnerung geblieben ist, war dieses Alkovenbett. Das war direkt in die Wand integriert und sah aus wie ein Schrank, in dem ein Bett steht. Es wirkte total kurz, so dass ich dachte: „Wie haben die Leute darin nur geschlafen?“ Uns wurde dann erklärt, dass man früher oft halbsitzend geschlafen hat, daher die kürzere Bauweise. War bestimmt nicht sehr erholsam!

Ich kann dir das Museum wirklich empfehlen! Es ist alles andere als langweilig und bietet eine tolle Möglichkeit, auch mal das Innere der historischen Fachwerkhäuser kennenzulernen.

Studentenrestaurant Gallia

Manchmal sind die besten Erlebnisse die, die nicht im Reiseführer stehen. In Straßburg war das für mich das Studentenrestaurant Gallia. Ein echter Geheimtipp, wenn du die authentische Studenten-Atmosphäre der Stadt kennenlernen willst. Wir waren fast jeden Abend dort. Um ehrlich zu sein, das Essen war typisches Mensa-Essen und kein Gourmet-Restaurant, aber es hat seinen Zweck erfüllt. Was das Studentenrestaurant Gallia aber wirklich besonders macht, ist seine Atmosphäre!

Ich erinnere mich an einen Abend: Oben war kein Platz mehr, also mussten wir in das Untergeschoss. Erst dachten wir, oh nein, aber dann standen wir in diesem Kellerartigen-Gewölbe! Der lange Raum war vollgestopft mit Studenten. Und dann, mitten beim Essen, fing eine Gruppe an, mit ihrem Besteck auf die Tische zu klopfen und laut zu singen. Und nach und nach haben immer mehr mitgemacht, bis der ganze Raum gesungen hat! Wir haben zwar kein Wort verstanden, aber es war eine echt tolle Momentaufnahme von authentischer Studentenkultur in Straßburg!

Das Gallia ist übrigens nicht nur ein Restaurant, sondern ein echtes Wahrzeichen in Straßburg! Es ist im historischen Gallia-Gebäude untergebracht, das heute den Sitz der französischen Studentenwerksorganisation beherbergt. Außerdem ist es das älteste nicht kirchlich geführte Studentenrestaurant Frankreichs. Es liegt direkt am Universitäts-Campus. Wenn du das echte Studentenleben in Straßburg erleben willst, dann geh unbedingt ins Gallia!

Flammkuchen im Restaurant Au Vieux Strasbourg

Wenn man schon mal im Elsass ist, muss man natürlich Flammkuchen essen! Und ich habe einen super Spot für dich, den du unbedingt auschecken solltest: das Restaurant Au Vieux Strasbourg.

Schon von außen ist das Restaurant ein echter Hingucker, denn es ist in einem schönen Fachwerkhaus untergebracht. Wenn du reinkommst, fühlt es sich so an, als ob du in eine gemütliche, alte Stube hineingehst.

Der Flammkuchen hier ist einfach super lecker! Egal ob klassisch mit Speck und Zwiebeln oder in einer anderen Variante, hier bekommst du Flammkuchen, wie er sein muss! Wir waren dort mit unseren Lehrerinnen und Lehrern und den französischen Auszubildenden und ich sag mal so: Die Locals wissen einfach am besten, wo es gutes Essen gibt!

Das Europaviertel und das Europäische Parlament

Nach all den Fachwerkhäusern und historischen Gassen ist das Europaviertel in Straßburg meiner Meinung nach ein absolut sehenswerter Kontrast! Auf der Bootstour auf der Ill war ich ja schon durchs EU-Viertel gefahren und hatte so schon mal einen ersten Blick auf die beeindruckenden Gebäude werfen können. Bei der Batorama-Bootstour fährt man bis zum Europäischen Parlament und von dort wieder zurück in die Altstadt. Du kannst das Europaviertel aber auch problemlos auf eigene Faust und zu Fuß erkunden und dort spazieren gehen.

Das Europaviertel ist perfekt an das Öffi-Netz von Straßburg angebunden. Mit der Straßenbahn nimmst du die Linie E und steigst an der Haltestelle Parlement Européen (direkt am Parlament) oder an der nächsten Haltestelle: Droits de l’Homme (am Europarat und Gerichtshof) aus. Mit dem Bus: Die Buslinie H fährt ebenfalls dorthin.

Während des Austauschprogramms wollten wir das Europäische Parlament auch besuchen, nur leider wusste niemand von uns, dass man sich als Gruppe dafür schon Wochen vorher registrieren und Ausweisdokumente vorab übermitteln muss. Tja, das hat leider nicht geklappt! Das Europäische Parlament steht jetzt also noch auf meiner To-do-Liste. Aber hey, man muss sich ja auch was für den nächsten Trip aufheben, oder? Das gibt mir einen guten Grund, wiederzukommen! 😉

Die wichtigsten Infos für den Besuch des Europäischen Parlaments:

Der Besuch des Europäischen Parlaments in Straßburg ist kostenlos. Für den Zutritt ist ein gültiger Personalausweis oder Reisepass erforderlich. Plane aufgrund der Sicherheitskontrollen etwas zusätzliche Zeit ein. Für Einzelbesucher ist eine Reservierung in der Regel nicht zwingend erforderlich. Du kannst das Parlament mit einem kostenlosen Multimedia-Guide (als App oder Leihgerät) auf eigene Faust erkunden. (Für Gruppen, ist eine Reservierung zwei bis drei Monate im Voraus empfehlenswert)

Straßburgs Park der Orangerie: Mein Geheimtipp mit Störchen & Street-Art

Der Park der Orangerie ist riesig und bietet jede Menge Abwechslung. Du kannst hier auf den vielen Wegen ganz entspannt spazieren, schöne Blumenbeete und andere Kunstwerke entdecken. Und es gibt einen großen See! Dort kannst du dir einfach ein Ruderboot schnappen und eine Runde drehen.

Ich habe damals einen kleinen Mini-Zoo entdeckt, in dem es sogar Flamingos, Störche, und kleine Affen gab. Das war etwas unerwartet, und ich muss zugeben, auch ein bisschen traurig, weil die Käfige teilweise recht klein wirkten. Dieser Stadt-Zoo, ein Überbleibsel aus dem 19. Jahrhundert, ist inzwischen dauerhaft geschlossen und die Tiere wurden umgesiedelt. Dennoch ist der Park weiterhin die Heimat der elsässischen Störche. Sie laufen oft frei im Park herum und entlang des Boulevard de l’Orangerie findest du ihre Nester auf den Bäumen, wo sie sich vor allem zur Brutzeit niederlassen.

Mein Geheimtipp: In dem Park bin ich zufällig auf etwas gestoßen, was ich so nicht erwartet hätte: eine Graffiti-Wand! Ich kam dort mit ein paar Sprayern ins Gespräch, die mir erklärten, dass es sich um eine legale Fläche handelt. Die „Le mur d’expression libre“ (Mauer für freie Meinungsäußerung) ist eine von der Stadt Straßburg offiziell dafür vorgesehene legale Graffiti-Wand. Sie soll verhindern, dass Wände oder Gebäude in der Stadt illegal besprüht werden, und bietet eine Leinwand für die Street-Art-Szene.

Der Park der Orangerie liegt im Nordosten Straßburgs, nur einen Katzensprung vom Europaviertel entfernt und ist von der Altstadt aus sehr einfach mit der Tram zu erreichen.

Dinge, die man in Straßburg nicht unbedingt sehen muss

Reisen ist ja bekanntlich eine super individuelle Sache, und was der eine feiert, lässt den anderen vielleicht kalt. Manchmal landet man einfach an Orten, die nicht ganz den eigenen Geschmack treffen und das ist auch völlig okay! Ich habe hier mal ein paar Orte in Straßburg für dich zusammengefasst, die bei mir persönlich nicht unbedingt den Funken überspringen ließen.

Stadion Stade de la Meinau:

Wenn man in einer Gruppe unterwegs ist, muss man auch Kompromisse machen und weil die Jungs in der Überzahl waren, landeten wir im Stade de la Meinau, dem Stadion des Fußballklubs Racing Club de Strasbourg Alsace. Da mich Fußball nicht interessiert und das Stadion leer war, war es für mich kein Highlight. Aber hey, wenn du Hardcore-Fußballfan bist und die Stadionatmosphäre liebst, ist es vielleicht einen Besuch wert! 😉

Strasbourg Zoological Museum:

Mein nächster Flop: das Strasbourg Zoological Museum! Ehrlich gesagt, das war für mich echt nix. Es gab fast nur ausgestopfte Tiere und das war irgendwie traurig und makaber. Also, meine ganz ehrliche Meinung: Das Museum kannst du dir echt sparen und die Zeit lieber für etwas anderes in Straßburg nutzen.

Mein Fazit

Mein dreiwöchiger Azubi-Austausch war die perfekte Gelegenheit, die Stadt nicht nur als Tourist zu sehen, sondern einfach mal das Leben in einer anderen Stadt zu fühlen. Ich war ja nicht nur ein Wochenende in Straßburg, sondern drei Wochen lang und hatte so die Gelegenheit, das Alltagsleben in Straßburg in aller Ruhe kennenzulernen. Ich habe die bekannten Highlights wie La Petite France und das Münster erkundet, aber auch authentische Geheimtipps wie das Gallia-Restaurant entdeckt. Straßburg hat definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ist eine Stadt, die ich jederzeit wieder besuchen würde.

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